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Montag, 31. Januar 2011

Artemis Fowl.

"Wie soll man Artemis Fowl beschreiben? Verschiedene Psychiater haben es versucht und sind gescheitert. Das größte Problem dabei ist Artemis' Intelligenz."
Artemis Fowl der Zweite ist elegant gekleidet, besitzt die noble Blässe eines Adligen, und sein Intelligenzquotient ist weit über dem Normalen. Seine Gegner zittern bei der Nennung seines Namens oder bei Sicht seines hünenhaften Leibwächters namens Butler. Dabei ist Artemis Fowl erst zwölf Jahre alt -- und zugleich das größte Verbrecherhirn diesseits des Äquators. Sein Plan, seiner Familie wieder zu ihrem alten Glanz zu verhelfen, ist ebenso verwegen wie genial: die Entführung eines Fabelwesens aus der Unterwelt im Austausch gegen Gold, unendlich viel Gold.


Vor ein paar Wochen hab ich mir die Bände auf Deutsch in der Bücherei ausgeborgt. Eigentlich war ich nur auf der Suche nach einer Fantasy-Reihe, die ich wiedermal in einem Zug durchlesen konnte, damit ich mal wieder bisschen beschäftigt bin. Ich hab mir also Artemis ausgeborgt, mich ein bisschen über den Namen gewundert (immerhin ist Artemis ja eine weibliche Göttin, aber später dazu mehr) und zu lesen begonnen.

Für den ersten Band hab ich ein bisschen gebraucht, paar Tage schätz ich. Das ist immer so, man muss sich meiner Meinung nach auch erst mit den Charakteren und dem Schreibstil vertraut machen und so schnell geht das ja nicht. Die nächsten drei Bände hatte ich in einem Wochenende durch, Bände fünf und sechs hab ich mir dann flugs auf Englisch ausgeborgt und sieben natürlich auch, da der noch nicht übersetzt wurde. Zwischendrin hab ich mir die ersten beiden Bände auf Englisch gekauft und irgendwann auch den vierten auf Englisch ausgeborgt, fehlt nur noch der dritte. Denn ausborgen kann man in unserer Bücherei recht lang, und bis ich die Bücher zurückgeben muss hab ich sie mir hoffentlich alle auf Englisch gekauft.

Man sieht, ich war begeistert. Mehr als das sogar. Ich hab mich Hals über Kopf in diesen Charakter verliebt. Ich hab sowieso eine Schwäche für intelligente Menschen, aber Artemis schlägt alles. Er ist nicht nur intelligent, sondern ein absolutes Genie. Taktisch, intelligent, arrogant, zynisch. Und dermaßen selbstverliebt. Perfektes Beispiel:

„About my name – you were right in London, it is generally a female name, after the Greek goddess of archery. But every now and then a male comes along with such a talent for hunting that he earns the right to use the name. I am that male. Artemis the hunter. I hunted you.“ 
 
Natürlich wandelt er sich während den Büchern, denn am Anfang ist er eindeutig böse, und ab der Mitte wird er viel menschlicher. Seine Wege kreuzen sich immer wieder mit denen der Fabelwesen, und er freundet sich mit ihnen an, sie retten sich andauernd gegenseitig das Leben und und und. Arrogant, zynisch und selbstverliebt bleibt er aber trotzdem. Und ein Genie natürlich auch. Nur wird er…netter.

Erfrischend an der Serie ist, dass mich der Hauptcharakter einfach nicht nervt. Also nicht so wie Harry Potter oder Frodo Baggins, die ich beide gern mal irgendwo weggesperrt hätte. Nein, Artemis ist alles andere als nervig. Und da ist er nicht der Einzige – die Bücher wimmeln nur so vor lustigen und sympathischen Charakteren. (Holly! Ich liebe sie. Diese Elfe ist einfach nur genial!) Und als Fan von bösen Charakteren kann ich sagen, dass ich auch die Bösewichte mag, bis auf einen Typen, der mich einfach nur genervt hat. Was vielleicht auch daran lag, dass der immer nur von seiner Ehefrau gejammert hat.

Ich bin jetzt mit Band sieben durch, warte auf den achten (und leider letzten) Band und würd das alles am liebsten gleich nochmal lesen. So wie Percy. Ich glaub ich könnte die beiden Serien immer wieder abwechselnd lesen und wär absolut glücklich damit.

Mittwoch, 19. Januar 2011

Selbstversuch

Selbstversuch heißt mein Blogeintrag. Hmmm. Klingt masochistisch. Und das ist es auch. Beziehungsweise war es.
Eigentlich sollte ich ja noch lernen. In nächster Zeit hab ich einfach zu viele Prüfungen und Kraaam. Aber ehrlich, es ist zehn Uhr und schön langsam hab ich einfach keine Lust mehr. Und beim Durchstöbern anderer Blogs kam mir die Idee, selbst wieder mal zu bloggen. Über ein Buch und einen Selbstversuch.
Ich habe einen Liebesschinken angelesen.
Ja.
Ich.
Einen Schundroman mit seltsamen Leuten auf dem Cover.
Ganze 48 Seiten hab ich geschafft. Ich bin wahnsinnig stolz auf mich. 48 Seiten, und das obwohl ich die Geschichte einfach nicht nachvollziehbar und extrem unlogisch fand. Also wirklich. Welcher englische König zwingt einen Baron, seine Tochter an einen Schotten zu verheiraten, weil der Baron keine Steuern zahlt? Hä? Das allein hat mir schon das Hirn verknotet.
Und dann hab ich noch unabsichtlich in die Mitte geblättert und war in einer der ekligsten und ordinärsten Sexszenen gefangen, die ich je gelesen hab. Und das heißt was, denn ich hab schon so einige Sexszenen gelesen.
Das gab mir dann den Rest.
Nein, ich glaube Liebesschinkenschundromane oder wie zum Teufel man die sonst so nennt sind echt nichts für mich.

Oh, eine E-Mail.

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Der Tod in der Literatur

Tod und Literatur scheinen zusammenzuhängen wie Pech und Schwefel. Liest man nicht gerade „leichte“ Lektüre wie beispielsweise Bridget Jones oder anderes aus dieser Rubrik (was ich hier nicht verteufeln will, ich liebe Bridget Jones!) oder Kinderbücher für die ganz Kleinen, dann gibt es in fast jedem Buch einen Todesfall. Prinzipiell. Viele Bücher fangen sogar mit einem Todesfall an. (So wie zum Beispiel Der König der Komödianten von Charlotte Thomas. Wirklich, wirklich tolles Buch, aber am Anfang steht auch ein Todesfall. Damit kommt die ganze Geschichte erst ins Rollen.)
Vor allem durch den jetzigen „Vampir-Hype“ sterben in Büchern grundsätzlich so einige Leute. Als wäre es von der Literatur und der Leserschaft so verlangt.
Ich find das jetzt gar nicht so schlecht, immerhin gehört der Tod zu unserem Leben. Aber was mir wirklich sauer aufstößt? Das sind so Geschichten, wo am Ende irgendwie…jeder stirbt. So wie Romeo und Julia zum Beispiel. Ewiges Leiden, und dann sterben’s beide. Was hat das bitte für einen Sinn? Nein, ich will’s echt wissen. Was bringt es, das zu lesen, wenn am Ende beide sterben und irgendwie…nichts übrig bleibt? Das ganze Leiden umsonst war? Ist doch mit den meisten Opern auch so (siehe La Traviata zum Beispiel, die Lieblingsoper von meiner Mutter), dass am Ende mindestens eine Hauptperson, oft sogar beide sterben. Wozu leidet man da bitte ewig mit, wenn am Ende gestorben wird, was das Zeug hält? A und B verlieben sich, Drama, sie dürfen nicht zusammen sein, und dann, wenn’s irgendwie gehen könnte, sterben sie. Oder nur er stirbt. Oder nur sie. Und dann war alles voll umsonst.
Ich versteh’s irgendwie echt nicht. Ein Grund mehr, warum ich Romeo und Julia nicht wirklich mag, obwohl ich Shakespeare heiß und innig liebe. Ein ewig kitschiges Buch, wo der Kerl rumjammert, das Weib rumjammert, dann wird gestorben und aus. Yaaay.
(Oder Die Leiden des jungen Werther. Waaahhh, hab ich das gehasst. Da war ich wenigstens froh, als der Kerl endlich abgedrückt hat. Hat ja lang genug darüber lamentiert.)

Dienstag, 28. September 2010

Lese-Stöckchen

Das hab ich auf meinem alten Blog schon mal veröffentlicht, aber jetzt hab ich's nochmal gemacht.

1.) Was liest Du gerade?
Der König der Komödianten von Charlotte Thomas
2.) Welches Buch hat Dich zuletzt stark beeindruckt?
Die Percy Jackson-Reihe von Rick Riordan
3.) Sammelst Du irgendetwas?
Stücke von Shakespeare und Nestroy und Bücher übers Mittelalter, über griechische Mythologie und über die Kelten.
4.) Schreibst Du Widmungen in Bücher?
Nein
5.) Schreibst Du Deinen Namen in Deine Bücher?
Nein
6.) Welches Buch hast Du doppelt?
Ich hab einige in Deutsch und Englisch, und den kleinen Prinzen hab ich auf Deutsch und Französisch, aber doppelt hab ich keine
7.) Von wem würdest Du Dir gern was vorlesen lassen?
Von niemandem.
8.) Sitzt Du im Kino lieber am Rand oder in der Mitte?
Mitte.
9.) Welche ist Deine liebste Romanfigur?
Hmmm….schwer zu sagen. Mich hat bei Percy Jackson die Figur von Luke Castellan total angesprochen. Weil er irgendwie böse ist und irgendwie doch nicht, also in einem totalen Zwiespalt ist. Einerseits hasst er die Götter, andererseits will er seinen Vater Hermes beeindrucken. Einerseits will er, dass der Olymp zerstört wird, andererseits ist er glaub ich nicht wirklich ein überzeugter Anhänger von Kronos. Er ist einfach…arm. Mehr kann man dazu nicht sagen. Ja, ich würd schon sagen dass er eine meiner liebsten Figuren ist.
10.) Nach welchem System ordnest Du Deine Bücher daheim?
Nach keinem.
11.) Lesen: vor dem ins Bett Gehen oder nach dem Aufstehen?
Vor dem ins Bett gehen.
12.) Welches Buch würdest Du Deinem größten Feind schenken?
Meinem größten Feind würde ich niemals so was Tolles wie ein Buch schenken.
13.) Hardcover oder Paperback?
Beides.
14.) Zeitung aus Papier oder im Netz?
Beides.
15.) Von welchem Buch bist Du zum ersten Mal so richtig gefesselt worden?
Das ist so lange her, dass ich es nicht mehr wirklich weiß.
16.) Deine liebste Literaturverfilmung?
Stolz und Vorurteil (2005)
17.) Tägliche oder wöchentliche Pflichtlektüre?
FFs.
18.) Bevorzugte Urlaubslektüre?
Harry Potter, Percy Jackson.
19.) Bester Romantitel ever?
Dracula. Schlicht und genial.
20.) Welches Buch sollte jeder Mensch gelesen haben?
Herr der Ringe, Harry Potter, Dracula, Der kleine Prinz, Die Asche meiner Mutter, irgendwas von Shakespeare.

Das werf ich weiter an Mailin, Moud und alle anderen Leseratten, die meinen Blog lesen.

Dienstag, 21. September 2010

Umgestaltung. Mehr oder weniger. Oder so.

Ich hab grad ein sehr interessantes Buch über’s Schreiben gelesen. Und ich finde, dass da drin einige gute Ideen standen. Beispielsweise, seinen Frust (oder den Spaß) über’s Schreiben einfach runterzuschreiben. Und einfach jeden Tag zu schreiben, egal was. Ja. Das sag gerade ich. Die nie bloggt. Jaaaa, ich weiß.
Jedenfalls hatte ich die sagenhaft geniale Idee, meinen Blog, der sowieso total verstaubt und ungenutzt in der hintersten Ecke des Internets verschimmelt, zu einem Lese- und Schreibeblog umzugestalten. Was heißt das im Klartext? Wenn ich mal ein Buch gelesen hab und das Bedürfnis hab, darüber was zu schreiben, kommt das hier her. Wenn ich Probleme beim Schreiben hab oder wieder total Spaß dran gefunden hab und darüber schreiben will, kommt das auch hier. Denn es hieß auch weiter in dem Buch, dass Schreiben nicht einsam sein soll, sondern dass man das teilen soll. Mit anderen. Und so. Und was eignet sich da besser als ein Blog? Ha. Na bitte.

Und vielleicht schaff ich’s auch wieder, öfter zu schreiben. Kann sein, dass es auch mal auf Englisch ist, weil ich mich da stellenweise besser ausdrücken kann, aber Hauptsache ist schließlich, dass ich schreib. Stand jedenfalls in dem Buch. Und meine (zugegebenermaßen sicherlich nicht vielen) Leser wird’s wohl auch freuen, wenn ich öfter mal schreib. Oder es zumindest vorhab. Ich hab oft genug Frust, und vergess dann immer den runterzuschreiben. Vielleicht sollte ich mir ein Post-It an die Wand kleben, um mich daran zu erinnern. Täte sicher auch meiner Laune gut. Jep, genau.

Montag, 23. März 2009

Ein verdammt schlechter Mensch

Ich bin so ein schlechter Mensch – ich schreibe hier viiieel zu selten. Fakt ist aber, dass ich kaum Zeit zu schreiben hab. Uni hat wieder begonnen, die Arbeit fordert ihr Recht, extra Nachhilfe-Stunden weil die Schüler jetzt draufkommen dass sie in der Schule Probleme haben, und meine Schwester besuch ich auch so oft es geht um ihr mit der Kleinen zu helfen.

Aber es gibt einen kleinen Lichtblick: mit großer Wahrscheinlichkeit kann ich meinen Dienst so verändern dass ich samstags nicht mehr arbeite, sondern Dienstag und Mittwoch Vormittag. Das hat gleich mehrere Vorteile:
1) freies Wochenende, also kann ich mitjubeln wenn Freitag ist
2) am Dienstag bin ich noch vom Arbeiten so erschöpft dass ich am frühen Abend schon ins Bett fall und so bis Mittwoch sechs oder sieben Stunden schlafen kann
3) die Arbeit ist in einem Block weg
4) ich kann, wenn mein Dienst zu Ende ist, gehen und muss nicht putzen, Retourware zählen, Kasse abrechnen etc. pp. und demnach auch keine unbezahlten Überstunden machen
5) die Vormittage vergehen schneller weil wochentags viel mehr los ist
6) da mehr los ist und die Leute in Eile sind werd ich mehr Trinkgeld machen, weil die Kunden nicht wegen ein paar Cent warten werden

Sonst…ja. Ich hab jetzt begonnen Samen zu sähen in dem verzweifelten Versuch, ein wenig Frühlingsgefühle zu bekommen, und sie sprießen wie verrückt und interessanterweise macht mir das auch total Spaß. Wenn mein Lohn vom April da ist werd ich mir wohl noch Kapuzinerkresse und „normale“ Kresse zum ansetzen kaufen. 
Ich hab endlich wieder Spaß an PC-Spielen wie Sims 2 und Anno 1602 und schreibe auch wieder. 

Und ich lese Twilight. Ja, richtig gelesen – ICH lese Twilight. Bzw. habe ich alle vier Teile schon gelesen und freue mich jetzt mal drauf dass die DVD vom ersten Teil bald aus UK importierbar ist. Und Ende des Jahres kommt New Moon (Teil 2) in die Kinos. Den Teil mochte ich zwar am wenigsten, aber ich werd ihn mir trotzdem anschauen. Im Moment hör ich grad Bella’s Lullaby, weil das nämlich irgendwie voll schön ist.
Und jetzt nicht erschrecken, ich bin kein absoluter Bella-Fan geworden und gehöre auch weder Team Edward noch Team Jacob an und reiß auch keinen Fans den Kopf ab, die finden dass Bella mit Edward/Jacob zusammen sein soll. Meine Lieblingscharaktere sind nämlich Alice und Jasper und die ganze Bella/Edward/Jacob-Sache interessiert mich kaum. Deshalb bin ich auch stolzes Mitglied von Team Jasper.
Wen mehr interessiert, der möge doch bitte hier meine Rezension der vier Bücher lesen.

Laut dem Wetterbericht soll es jetzt ja endlich wieder wärmer werden, darauf freu ich mich echt schon. Im Moment scheint auch draußen die Sonne und wenn ich keine Nachhilfe hätte würd ich in den Park spazieren gehen, aber leider muss ich in ungefähr 40 Minuten gehen. Aber am Samstag soll es ja angeblich schon 18 Grad haben, und mit viel Glück muss ich Samstag eh nicht arbeiten, also werd ich da Frühlingsklamotten rauswühlen und die Sonne genießen. Endlich!

Mittwoch, 2. Juli 2008

[Buch] Die Schwester der Königin

Titel: Die Schwester der Königin
Autor: Phillipa Gregory

Inhalt: Mary Boleyn, die Schwester der bekannten Anne, ist gerade vierzehn Jahre alt, als sie zur Hofdame von Königin Katherine von Aragón wird. Das junge Mädchen ist es gewohnt zu tun, was ihre Eltern von ihr fordern und so hat sie schon als dreizehnjährige ihren Mann William Carey auf deren Geheiß hin geheiratet. Am englischen Hof fühlt sich die junge Mary wohl und genießt das Ansehen der Königin, die sie oftmals den anderen Hofdamen vorzieht. Als ihre ältere Schwester Anne vom französischen Hof an den englischen zurückkehrt, ändert sich Marys beschauliches Leben dramatisch.

Anne fällt mit ihrer französischen Art sofort unter allen anderen Hofdamen auf, sie hält nicht nur an der französischen Mode fest, sondern auch den französischen Manieren, die sich erheblich von denen der Engländer unterscheiden. Neben diesem Paradiesvogel muss die ruhige und eher schüchterne Mary einfach auffallen- nicht zuletzt auch dem König selbst.

Als das Interesse des englischen Königs immer offensichtlicher wird, findet sich die komplette Familie Boleyn im Stadthaus der Howards zu einem Familienrat zusammen. Marys Onkel, das Familienoberhaupt der Howards, schreibt von jetzt an die Regeln, an die sich die ganze Familie Howard / Boleyn zu halten hat. Der ehrgeizige Onkel verfolgt große Pläne, Pläne, die nicht nur ihn, sondern die ganze Familie im wahrsten Sinne des Wortes den Kopf kosten könnte, würden die falschen Leute davon Wind bekommen. Er sieht den Stern der Boleyns am königlichen Hofe aufgehen und seine Nichte Mary an der Seite des Königs- als seine Königin. Bis dahin ist es freilich noch ein langer Weg, denn erst einmal wäre da die kleine, aber nicht zu verachtende Tatsache, dass der König schon lange verheiratet ist und die Königin demnach den Boleyns im Weg steht.

Geschickt unterstützt die komplette Familie Mary, die nunmehr nichts anderes ist als der Spielball ihrer Familie. Sie wird ihrem Mann weggenommen und auf ihre Rolle als Mätresse Henrys vorbereitet. Und in der Tat dauert es nicht lange, bis Mary im Bett des Königs liegt und ihm zwei gesunde Kinder schenkt- eine Tochter und einen Sohn. Da die Königin ihrem Mann nie einen Sohn schenken konnte, sieht sich der Howard-Clan schon am Ziel seiner Träume, da beginnt der König sich immer mehr für Anne zu interessieren.

Kurzerhand beschließt der Familienrat die Rollen der beiden Boleyn-Mädchen zu vertauschen. Der Stern Marys geht bei Hofe ebenso schnell wieder unter, wie er aufgegangen ist und sie muss nun mit ansehen, wie Anne in der Hierarchie des Hofes und der Gunst des Königs immer weiter steigt. Und schließlich vollbringt Anne das, was es auf der Welt bis dahin noch nie gegeben hat – sie wird Königin von England …

(Quelle: histo-couch.de)

Wow, was für ein Buch! Wirklich toll recherchiert, gut geschrieben und die Charaktere sind exzellent gezeichnet. Endlich darf man die Geschichte nicht nur von Anne Boleyn, sondern auch aus Sicht ihrer Schwester Mary erfahren; und auch ihr Bruder George, der schließlich aufgrund von Annes Ehrgeiz hingerichtet wird, kommt nicht zu kurz.

Wo soll ich anfangen? Bei den tollen Charakterisierungen? Die haben mich teilweise am meisten fasziniert: da ist die sensible Mary Boleyn, die eigentlich nur eine Familie und ein Heim will und alle Boleyns und Howards (bis auf ihren geliebten Bruder) am liebsten zum Teufel wünschen würde. Da ist eine ehrgeizige Anne Boleyn, die vor Selbstbewusstsein nur so sprüht; bis der König beginnt, nach einer neuen Frau Ausschau zu halten. Die Wandlung der Anne Boleyn in so kurzer Zeit wird fabelhaft dargestellt.
Dann gibt es einen König, den man eigentlich nie zufrieden stellen kann. Und doch bleibt er der charismatische Heinrich VIII., der eigentlich immer noch ein Kind ist. Dann noch der ehrgeizige Onkel der Familie, der seine Nichten zu Spielbällen macht und sich nicht darum schert, was mit ihnen passiert. Selbst als seine Nichte Anne und sein Neffe George wegen Hochverrat und Ehebruch vor Gericht stehen, hilft er ihnen keineswegs.

Abgesehen von Mary, natürlich, ist von den Hauptcharakteren mein „Liebling“ auf jeden Fall ihr Bruder George. In ihm sieht man den ewigen Konflikt der Boleyns besonders gut: einerseits will er, dass seine Familie so hoch aufsteigt wie möglich, andererseits sieht er auch, welchen Preis das hat. So muss er seine Liebe zu einem Mann, Sir Francis Weston, geheim halten und den Schein seiner (wahrhaftig unglücklichen) Ehe mit Jane Parker (die ihn zum Schluss sogar verrät) aufrecht erhalten. Er scheint hin und her gerissen zwischen Francis, den er liebt, und Anne, der er Treue geschworen hat. Ein faszinierender Charakter in diesem Buch, dessen Schicksal mich eigentlich mehr berührt hat als das der Anne Boleyn.

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich dennoch: am Ende, als Anne und George hingerichtet werden, finde ich das ein wenig zu gefühllos beschrieben. Der Leser muss sich von zwei Hauptcharakteren verabschieden, das hätte die Autorin vielleicht ein wenig beachten können.

Sonst ein wirklich fantastischer Roman, den ich jedem weiterempfehle, der sich für die Boleyns (und nicht nur für Anne allein) interessiert.

Sonntag, 15. Juni 2008

Penguin Popular Classics

Kennt ihr die Bücher? Ich find sie wahnsinnig toll! Zur Erklärung: Penguin Popular Classics ist ein Verlag, der englische Klassiker veröffentlicht, und zwar in Taschenbuchform und ziemlich billig. Zurzeit gibt es sie bei Thalia um 3,95€ das Stück, da hab ich gleich mal kräftig zugeschlagen.


Bis jetzt hab ich davon:

- Charles and Mary Lamb – Tales from Shakespeare
- Jane Austen – Persuasion
- Jane Austen – Northanger Abbey
- Jane Austen – Pride and Prejudice (ich liebe es!)
- Oscar Wilde – The Importance of Being Earnest
- Oscar Wilde – The Picture of Dorian Gray
- Charlotte Brontё – Jane Eyre
- Louisa M. Alcott – Little Women
- Henry James – The Portrait of a Lady

Ich muss mir aber unbedingt noch mehr davon kaufen. Vor allem von Henry James, Oscar Wilde und den Brontё-Schwestern hab ich noch nicht so viele Bücher, und von Louisa M. Alcott’s Little Women brauch ich unbedingt noch die Fortsetzung Great Wives. Über Charles Dickens hab ich mich bis jetzt noch nicht drübergetraut…mal schauen, vielleicht kauf ich mir demnächst Great Expectations.

Montag, 2. Juni 2008

[Buch] Das Mädchen mit dem Perlenohrring

So, ich fange jetzt mit einer neuen Kategorie an, inspiriert (wie so oft) von Vinterlig, die einen tollen Bücherblog gestartet hat. Ich hingegen habe schon drei Blogs (was mir von einer gewissen Person immer wieder um die Ohren gehauen wird, weil ich ja eh nie aktualisiere), also mach ich meine Buchvorstellungen hier.

Titel: Das Mädchen mit dem Perlenohrring
Autor: Tracy Chevalier

Delft 1664. In der aufstrebenden holländischen Stadt ist das Leben wohlgeordnet, jeder kennt seinen Platz: Bürger und Kaufleute, Protestanten und Calvinisten, Diener und Herren. Wohlgeordnet ist auch die Welt der jungen Griet, bis ihr Vater, der Kacheln für die berühmte Delfter Fliesenproduktion bemalt, bei der Explosion seines Brennofens das Augenlicht verliert. Um ihre Familie zu unterstützen, wird Griet als Dienstmagd in den Haushalt des angesehenen Malers Johannes Vermeer gegeben. Hier halten sie Wäsche, Küche und eine große Kinderschar in Atem, und die Schikanen von Vermeers eifersüchtiger Gattin ließen sich kaum ertragen, wären da nicht die faszinierenden Bilder des Meisters, die Griet auf magische Weise in den Bann ziehen. Obwohl der Zutritt für die gesamte Familie verboten ist, wagt sich Griet heimlich in das Allerheiligste des Hauses, in Vermeers Atelier, um dort stundenlang zu sitzen und Farben und Gegenstände nach ihren eigenen Vorstellungen zu ordnen.

Allmählich schleicht sich ein seltsames Gefühl in ihren eintönigen Alltag, ein Gefühl, das Griet nicht deuten kann und das sie zutiefst beunruhigt. Denn immer häufiger ruht der Blick des Hausherrn bei ihren täglichen Verrichtungen auf ihr: "Bleib so", unterbricht er sie, "beweg dich nicht." Das Band zwischen Herr und Magd wird enger. Eine verschwörerische Beziehung wächst, zaghaft zunächst und doch mit unterschwelliger Leidenschaft. Vermeer beginnt, Griet heimlich zu malen, und unter seinen Händen nimmt ein Bild Gestalt an, dessen Sogwirkung er sich selbst kaum noch entziehen kann. Als er Griet bittet, einen Perlenohrring anzulegen, beschwört das eine Katastrophe herauf, die nicht nur für Griet ungeahnte Folgen hat.
(Quelle: literaturschock.de)

Für ein Buch, das ausschließlich mit Kunst zu tun hat, finde ich es wirklich erstklassig. Es ist gut geschrieben, die Bilder so detailliert beschrieben dass man sie vor sich sehen kann, ohne zu wissen, wie sie aussehen, und gut recherchiert, denn ich habe bis jetzt über google jedes einzelne Bild, das in dem Buch genannt wurde, gefunden.
Die junge Griet ist ein Mädchen, mit dem man sich sofort identifizieren kann – ein wenig naiv und schüchtern, aber schnell im Denken und schlagfertig, auch wenn sie sich nicht oft traut, etwas zu sagen. Ihre Gefühle für Vermeer werden gut beschrieben, und auch die Tatsache, dass sie nicht weiß, was sie für ihn empfindet, kommt sehr gut rüber.
Einzig das Ende fand ich ein wenig enttäuschend, da ich nicht gedacht hätte, dass Griet einen Mann heiratet, den sie (so hatte es den Anschein) eigentlich nicht wirklich liebt, nur um der Familie finanziell helfen zu können. Stellenweise fand ich das Buch auch sehr traurig, wie zum Beispiel als die Pest ausbricht und Griets Schwester Agnes daran stirbt. Aber sonst hat es mir sehr gut gefallen, die Figuren sind gut gezeichnet, die Handlungen toll beschrieben und die Leidenschaft zwischen Griet und Vermeer ist keinesfalls übertrieben dargestellt, man merkt einfach nur, dass sie sich anziehend finden.

Auf jeden Fall ein lesenswertes Buch, wenn auch nicht so fesselnd wie andere Bücher, aber trotzdem würde ich jedem, der an Kunst und Geschichte interessiert ist, dieses Buch empfehlen.